Startseite Avanova Farbenlehre

Das Sehen von Farben



Im Artikel über Farb-Wahrnehmung haben wir bereits ein Licht auf das Sehen von Farben geworfen. Hier möchte ich einige weitere Aspekte hervorheben, die sich mit dem Thema Farben und wie wir sie wahrnehmen beschäftigen.

Farbe gibt es nicht
Stäbchen und Zäpfchen
Evolution des Farbsehens
Wie sehen Tiere Farben?
Experimente & Ergebnisse

Farbe? Gibts nicht.

Wie bereits erwähnt, existieren Farben als Solches eigentlich nicht. Erst wenn Licht einer bestimmten Wellenlänge auf unsere Netzhaut trifft, erzeugt unser Gehirn einen Eindruck von Farbe.
Zuerst trifft das Licht auf die Linse. Die sogenannte Regenbogenhaut ist Teil eines Blendensystems und entscheidet je nach Helligkeit, wie groß unsere Pupille wird. Ist es hell, wird die Pupille kleiner, damit nicht zu viel Licht ins Auge fällt. Je dunkler es wird, desto weiter macht das Auge auf, denn Licht ist absolut notwendig, damit wir Farben (oder überhaupt irgendwas) sehen können.

Stäbchen und Zäpfchen

Das Licht fällt also in unser Auge und dort auf die Netzhaut. Dort gibts Sinneszellen, die Stäbchen und die Zäpfchen... Die Stäbchen sind für das Hell-Dunkel-Sehen verantwortlich, die Zäpfchen sehen Farben.
Das Zentrum der Netzhaut nennen wir "Gelber Fleck", dort sehen wir am Schärfsten.

  • L-Zapfen sind empfindlich auf langwelliges Licht, damit sehen wir rote Farben.
  • M-Zapfen fangen mittelwelliges Licht auf, damit erkennen wir grüne Farben.
  • Und zuguterletzt die K-Zapfen, die kurzwelliges Licht erkennen und uns das Sehen von blauer Farbe ermöglichen.

Farbe gibt es nicht
Stäbchen und Zäpfchen
Evolution des Farbsehens
Wie sehen Tiere Farben?
Experimente & Ergebnisse

Evolution des Farbsehens

Am Anfang haben unsere Vorfahren garkeine Farben gesehen. Wozu auch? Erst als wir in die Bäume geklettert sind, um reifes Obst zu pflücken, hat die Evolution sich gedacht "Hey, wäre ja cool wenn wir den Affen eine Möglichkeit geben, das reife Obst schon von Weitem zu erkennen!" Da reifes Obst oft rot ist, war es also sinnvoll:

  • Sinneszellen zu basteln, die langwelliges Licht vom Rest unterscheiden können und
  • im Gehirn eine Empfindung zu installieren, die sich besonders auffällig vom Rest unterscheidet.

Voilá die Geburt der Farbe Rot.

Wie sehen andere Lebewesen Farben?

Nicht alle Lebewesen sehen Farben so wie wir Affen Menschen. Bienen zum Beispiel sehen auch ultraviolettes Licht. Immerhin ist es ihr Job, die Blüten herauszufinden, wo ein Besuch lohnenswert ist (für beide Seiten). Deshalb ist das wahrgenommene Lichtspektrum von Bienen etwas in den ultravioletten Bereich verschoben, sie sehen zwar UV Licht, sind aber für rote Farben weniger sensitiv. Manche Fleischfresser sehen angeblich keine, oder nur sehr wenige Farben. Ihnen ist der Geruchsinn und ein besonders ausgeprägtes, dreidimensionales Sehen entschieden wichtiger. Nachtaktive Tiere brauchen an sich gar keine Farben, dafür haben sie im Auge eine Art Restlichtverstärker der dafür sorgt, daß beispielsweise Katzen nachts ausgezeichnet sehen können.
Viele Fischarten und Tagvögel haben sogar vier Farbrezeptoren und umspannen damit beinahe das gesamte Spektrum. Das nennt sich dann tetrachromatisches Sehen.

Experimente und Ergebnisse

Durch Dressur-Experimente wurde das Sehen von Farben bei verschiedenen Tierarten bestimmt. Menschen, Schimpansen, Rhesusaffen, Paviane, Bienen, Schmetterlinge, Krebse, Tintenfische, Fische und viele Tagvögel sollen ausgezeichnet Farben sehen und unterscheiden können. Fliegen, Amphibien, Katzen und Mäuse, sowie Huftiere haben offenbar ein eingeschränktes Vermögen, Farben erkennen zu können. Bei Halbaffen, Ratten, Hunden und Kaninchen, Stabheuschrecken und diversen untersuchten Käferarten ist das Farb-Sehen angeblich sehr schlecht bzw. gar nicht vorhanden.

Das folgende (englischsprachige) Video poste ich nicht als wissenschaftliche Referenz. Allerdings zeigt dieses kleine Experiment mit einem Eichhörnchen recht gut, wie das Tier sich bei der Futtersuche weder auf seine Nase, noch auf seine Farbsicht verlässt, sondern einzig auf sein räumliches Erinnerungsvermögen.

Farbe gibt es nicht
Stäbchen und Zäpfchen
Evolution des Farbsehens
Wie sehen Tiere Farben?
Experimente & Ergebnisse


© 2007-2012 by Avanova WebArt · Impressum · Neu · Sitemap · Datenschutz · Startseite