Wirkung von Farben auf den Menschen
Warum Farbe auf uns Menschen wirkt, ist nach wie vor ein eher umstrittenes Thema. Fakt jedoch ist, Farben wirken und haben ihren Einfluss auf unsere Emotionen, den Geisteszustand und unser Wohlbefinden.
Kurz gesagt: Farbe wirkt auf die Seele.
Wir zählen die Behandlung mit Farben zu einer der ältesten Methoden, den Gesundheitszustand von Menschen zu beeinflussen. Der Anfang der Farbtherapie geht wohl auf die Einwirkung von Sonnenlicht zurück, dessen heilende und wärmende Wirkung von vielen Kulturen hoch geschätzt wurde. Insbesonders im Norden ist Sonnenlicht in den Wintermonaten ein rares Gut und dementsprechend begehrt.
Jeder hat bei Farben und Farblicht seine Favoriten. Die einen bevorzugen kühles, angenehmes Blau, während andere frisches, belebendes Orange oder erregendes Rot bevorzugen. Meistens geben wir stimmungsabhängig der Farbe den Vorzug, die wir gerade brauchen. Idealerweise gehen wir mit offenen Augen durch die Welt und beobachten aus einiger Distanz unser eigenes Verhalten. Beispielsweise finde ich es ausgesprochen witzig, bei unserem Tante Emma Laden an der Ecke mein tägliches Jausenei impulsiv auszuwählen und mir dann Gedanken über die Farbe zu machen. Das Gilt halt nur bedingt: Bei 12 roten und einem blauen Ei nehme ich prinzipiell das Blaue...
Aber zurück zu den Wurzeln. Die Wirkung von Farben ist von Alters her bekannt, weshalb frühe Hochkulturen sie auch ihren Göttern zugeordnet haben. Seth, der Gott der Wüste war agressiv und demnach rot. Dem ruhigen Amun wurde Blau zugeordnet, während Osiris, der durch seine Auferstehung ein Symbol des ewigen Lebens wurde, klarerweise grün ist. Gelb als Farbe des Lenkers des Sonnenwagens — Apollon oder die erdige Variante des Farbtons für Ing, den altgermanischen Gott der fruchtbaren Erde (Ackerbau).
Schon in der Steinzeit war verschiedenfarbiger Ocker ein hochwertiges Gut, das für die frühesten magischen oder religiösen Zeremonien verwendet wurde. Als Grabbeigaben oder Farbstoff für Höhlenmalereien wurde Ocker relativ häufig gefunden. Nicht zu verwechseln mit der heutigen Farbnouance Ocker bzw. Ockergelb, bei der es sich um ein angenehm helles Gelbbraun handelt. Meine Lieblings–Kaffeetasse ist ockergelb, macht morgens schon mal eine kleine Freude.
Konkrete Ergebnisse liefert die Wissenschaft. Dazu ist zu sagen, ich habe diese Experimente nicht nachvollzogen, aber angeblich funktionieren sie. Wenn Du Hühner zuhause hast, kannst ja selber versuchen ob rote Wände tatsächlich das Eierlegen fördern oder Pflanzen in rotem Licht besser wachsen. Blau soll schmerzlindernd sein und die Wundheilung verbessern. Das Wichtigste meiner Meinung nach ist, daß uns das Licht angenehm erscheint. Einfach grüne Glühbirnen reinschrauben und das giftige Licht über uns ergehen lassen ist nicht der Sinn der Sache.
Eine Lichtmischung aus Rot und Grün soll gegen Depressionen helfen, wobei ich bessere Ergebnisse mit einer Tageslichtlampe beobachtet habe.
Tageslicht ist sowieso nie verkehrt, also mal den Blechtrottel ausschalten und draussen eine Runde spazieren gehen. Mach ich jetzt auch.
