Redewendungen zur Farbe Blau
► Blau machen
► Grün und Blau schlagen
► Ein blaues Wunder erleben
► Ins Blaue rennen
► Blauäugig sein
► Mit einem blauen Auge davonkommen
► Einen blauen Brief bekommen
Blau machen
Blau machen, also einen Tag nicht zur Arbeit gehen.
Hier scheiden sich die Geister über den Ursprung dieser Redewendung, allerdings weisen die meisten Geschichten auf die Küpenfärbung mit Indigo hin.
- Wenn wir also die Stoffe und Textilien die wir gerade färben aus der Küpe nehmen, sind sie noch nicht blau, sondern werden es erst durch die Einwirkung von Sauerstoff und Sonnenlicht. Sprich die Färber hatten, nachdem sie die Stoffe in die Sonne gehängt haben, nichts zu tun. Sie machten ja gerade Blau. Beziehungsweise sie ließen Frischluft und Sonne Blau machen...
- Eine weitere Variante bezieht sich auf die Küpe selbst, die in manchen Fällen mit Urin angesetzt wurde, um den Färbevorgang zu ermöglichen. Dazu mussten die Arbeiter große Mengen (Alkohol) trinken um genug Urin produzieren zu können. Dadurch mussten sie Blau machen, da sie besoffen nicht arbeiten konnten. (Anmerkung: Da alle mir bekannten Küpen, sofern mit Urin, mit tierischem angesetzt wurden, bezweifle ich diese Variante.)
- Eine weitere Varante der Geschichte der Redewendung sagt, Handwerker hatten (hatten = ab dem 16. Jhdt) einmal im Jahr einen Feiertag ihrer Zunft. Das war ein Sonntag, aber traditionell war der darauf folgende Montag frei. Allerdings gabs eine Totenmesse und da trug der Pfarrer einen blauen Talar. Dem entsprechend wurde sie die blaue Messe genannt, und der Tag blauer Montag. (Obwohl Blau ja eigentlich die Marienfarbe ist *kopfkratz*)
Grün und Blau schlagen
Auch hier gibts zwei Varianten der Redewendung. Eine nette und eine weniger nette.
- Erst die nette: Wieder bei der Küpenfärbung, wie wir wissen braucht es Sauerstoff, damit der Farbstoff oxidiert und blau wird. Also wurden die Textilien mit Holzlatten geschlagen, um mehr Sauerstoff quasi ins Gewebe reinzuprügeln. Sie wurden Grün und Blau geschlagen.
- Die zweite Variante der Redewendung, weniger nett, bezieht sich auf grüne und blaue Flecken...
Ein blaues Wunder erleben
- Wieder die Küpenfärberei. Allein die Tatsache wie viele blaue Redewendungen auf das wundersame Blau werden der Stoffe zurückgeführt werden, sagt viel über die Bedeutung des Farbstoffes aus. Auf jeden Fall wird der mit Indigoküpe gefärbte Stoff erst langsam Blau, ein blaues Wunder, das die Färber erlebten.
- Die zweite Version bezieht sich auf Blau als Farbe der Weite und der Sehnsucht. Der Himmel, das Meer, der Horizont sind blau. Und da woanders immer alles besser ist, machen sich viele auf ins Blaue zu marschieren... Wenn sie aber merken, daß es dort wo der Horizont war, weder blau noch besser ist, haben sie ihr blaues Wunder erlebt.
Ins Blaue rennen
Bezieht sich auf die Weite von Himmel und Meer, auf den blauen Horizont. Wer ins Blaue rennt, hat kein festes Ziel vor Augen, sondern nur den Horizont.
Blauäugig sein
Meist haben Babies erst mal blaue Augen, bevor sie sich in die Farbe verwandeln, die den Menschen später begleitet. Wenn wir jemanden als blauäugig bezeichnen, heißt das der Mensch ist naiv, leichtgläubig und unerfahren.
Mit einem blauen Auge davonkommen
Es hätte schlimmer kommen können, aber bis auf ein blaues Auge ist kein Schaden entstanden.
Einen blauen Brief bekommen
In der preußischen Armee war es Sitte, Offizieren ihren Rücktritt in einem blauen Couvert nahezulegen. So hat sich der Ausdruck, einen blauen Brief zu bekommen, aus dem militärischen Wortschatz in den zivilen verlagert. Der blaue Brief bedeutet Kündigung.
► Blau machen
► Grün und Blau schlagen
► Ein blaues Wunder erleben
► Ins Blaue rennen
► Blauäugig sein
► Mit einem blauen Auge davonkommen
► Einen blauen Brief bekommen
Mehr Artikel zur Farbe Blau:
- Blau, die Farbe der Weite
- Kalte Farben
- Kurzfassung Blau
- Warum ist der Himmel Blau?
- Ultramarinblau
- Indigo
