Sepia
Sepia ist ein organischer, brauner bis grauschwarzer Farbstoff, der aus Tintenfischen, genauer gesagt aus ihrem Tintenbeutel gewonnen wird.
Farbe als Verteidigungsstrategie
Der Tintenbeutel ist ein wirkungsvoller Verteidigungsmechanismus der Tintenfische. Werden sie bedroht, stoßen sie eine Wolke dunkler Farbe aus. Je nach Art des Tintenfisches stößt er mehr oder weniger Farbstoff aus. Zuerst entsteht ein kleines Wölkchen, das vom Räuber mit dem eigentlichen Beutetier verwechselt wird. Der Raubfisch schnappt in die Wolke, verwirbelt die Farbe und nebelt sich selbst ein. Der Tintenfisch nutzt die allgemeine Verwirrung des Jägers um sich unbemerkt zu verdrücken.
Der Mensch hat das Ganze natürlich kopiert, denken wir an die Rauchbomben den Ninjas :D
Sepia in Verwendung
Soweit zu den Tintenfischen. Wir Nichtfische verwenden das Sepia als Farbstoff in der Aquarellmalerei, als Tusche zum Zeichnen, als homöopathisches Arzneimittel und zum Färben von Lebensmitteln. Schwarze Nudeln beispielsweise sind mit Sepia gefärbt.
Sepia wird aus dem Tintenfisch Sepia officinalis gewonnen, der in warmen Küstengewässern lebt. Entweder erschreckt man die Tiere, so daß sie die Tinte in eine Schüssel spritzen, oder man trocknet und pulverisiert den Tintenbeutel.
Der im Sepia enthaltene braune Farbstoff ist unter anderem Melanin. Das ist das gleiche Zeug, das bei uns Menschen die Haut braun macht wenn wir in die Sonne gehen.
Für Ölmalerei ist der Sepia-Farbstoff nicht geeignet. Auch in Alkohol löst sich Sepia nicht. Für einen Naturfarbstoff ist Sepia ziemlich lichtecht, vergleichbar mit Indigo.

Krake || Foto: Mohammed Al Momany || US National Oceanic and Atmospheric Administration
Tintenfische ...
... sind überhaupt geniale Viecher. Man sagt, sie sind die intelligentesten Weichtiere. Besonders der Oktopus. Manche Arten können eine gewisse Zeit außerhalb des Wassers überleben. Durch irgendwelche Sinnesorgane wissen sie immer, wo es zurück zum Meer geht und dann ziehen sie sich mit ihren Fangarmen in Richtung Heimat.
Eine Bekannte hat einmal zwei lebende Tintenfische fürs Abendessen gekauft. Auf dem Heimweg ist einer der beiden Racker aus dem Plastiksackerl geklettert und wollte ausbüxen. Als sie ihn wieder einfangen wollte, brauchte sie Hilfe von einem Passanten, weil sich das Tierchen mitten auf der Straße in Neapel auf dem Pflaster festgesaugt hat.
Einen Tintenfisch zu fangen
Oktopusse suchen sich Höhlen in Korallenriffen. Da drin wohnen sie. Aber da solche Höhlen selten sind (nicht zuletzt durch die Zerstörung der Riffe), gibts viele obdachlose Tintenfische. Forscher und Fischer machen sich das zunutze und lassen vom Boot aus beschwerte Kübeln auf den Meeresgrund. Ein paar Stunden später ziehen sie sie rauf und oftmals sitzt ein Tintenfisch drin. Anstatt also in einer netten Behausung zu wohnen, ruht er bald in unseren Mägen.
Seemannsgarn?
Der Riesenkalmar
Ein weiterer bemerkenswerter Tintenfisch ist der Riesenkalmar (Architeuthis). Eines dieser interessanten Tiere wurde 1887 in Wellington an den Strand gespült. Es hatte eine Körperlänge von 1,8 Metern, aber mitsamt den Tentakeln erreichte es gute 18 Meter. Architeuthis ist der Stoff, aus dem Legenden und Seemannsgarn gesponnen werden. Aber da das weite Meer immer noch voller Wunder ist, die ihrer Entdeckung harren (wir Menschen haben noch viel zu lernen), wer weiß wie groß die Kerlchen wirklich werden, wenn sie ausgewachsen sind?
Der Oktopus...
...hat auch noch andere Qualitäten. Er passt seine Farbe, seine ganze Erscheinung an das Riff an, in dem er lebt. Außerdem hat er keine Knochen, somit kann er sich auch in kleine Ritzen reinzwängen, quasi wie eine halb aufgeblasene Gummiente.
Die Verantwortlichen in einem Meeresaquarium haben sich auf diese Fähigkeiten des Oktopus verlassen, als sie ihn gemeinsam mit Haien in ein Aquarium gesteckt haben. "Der Oktopus kann sich schon verstecken, damit ihn die Haie nicht fressen... Passt schon".
Was dabei rausgekommen ist, zeigt dieses Video vom National Geographic:
Nice, gelle? Jetzt wissen wir auch, was ein Oktopus so futtert. Übrigens: Der Hai braucht bewegtes Wasser, um atmen zu können. Sprich entweder bewegt sich das Wasser, oder es bewegt sich der Hai. Der Oktopus hat den Hai also weder erdrückt noch gebissen, sondern ihn schlicht so lange festgehalten bis er erstickt ist.
Übrigens
Wer auf interessante und kuriose Tiere steht, sollte sich Material über den Oktopus besorgen. Mir ging es beim Sammeln von Informationen zu diesem Artikel genau wie bei meiner Recherche über kuriose Spinnen vor einem Jahr: Je mehr ich über den Oktopus erfahre, desto faszinierender wird dieser Spezi.
