Schwarze Pigmente und Farbstoffe
Die Herstellung schwarzer Pigmente lässt sich bis ins erste Jahrhundert zurückverfolgen, aber schon die ersten Höhlenmaler verwendeten einen verkohlten Aststumpf für ihre Kunstwerke.
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Ruß-Schwarz
Das in unserer Zeit wichtigste Pigment, um Schwarz als Farbe zu erreichen ist heute Ruß.
Ruß ist reiner Kohlenstoff und entsteht, wenn organische Stoffe mit nur wenig Sauerstoff verbrannt werden.
Je nach Größe der Rußpartikel und ihrer Oberflächenbeschaffenheit erreichen sie auf diese Art dunkelbraune bis schwarze Farbtöne. Ruß wird als Schwarz-Pigment für Druckfarben, Lacke, Tusche, Kunststoffe, Graberde, Mascara und vieles mehr verwendet. Gerade bei Kunststoffen dient die Beigabe von Ruß oft eher dem Schutz vor UV Licht, als der Farbgebung.
In der Sendung mit der Maus hab ich mal gesehen, daß auch in Autoreifen Ruß drinnen ist. Klingt komisch, is aber so.
Anilin-Schwarz
Anilin-Schwarz ist eines der ältesten synthetischen Farbmittel. Anilin-Schwarz entsteht durch Oxidation von Anilinsalzen und der Vorgang wird meistens direkt auf der Faser durchgeführt. Gerade zum schwarz Färben von Baumwolle, seltener Seidenstoffen, ist Anilin-Schwarz immer noch sehr beliebt, da es ein klares, dunkles Schwarz ergibt.
Anilin-Schwarz gibts auch als Pigment, das vor allem bei Lacken verwendet wurde. Allerdings ist Ruß hier beliebter und billiger.
Rebschwarz
Wie der Name schon sagt, hat Rebschwarz etwas mit Weinreben zu tun. Im Prinzip wird hier unter Luftabschluß der Trester, also Preßrückstände der Weinherstellung, verkohlt. Manchmal finden auch andere Pflanzenabfälle Verwendung bei der Herstellung schwarzer Pigmente.
Beinschwarz
Unter Beinschwarz verstehen wir die sogenannte Tierkohle. Dabei handelt es sich um Aktivkohle, die aus dem Blut oder den Knochen von Tieren gemacht wird. Danach wird die Knochenkohle mit Zucker versetzt und unter Zugabe konzentrierter Schwefelsäure erwärmt, um Beinschwarz (Knochenschwarz, Kölner Schwarz) zu gewinnen. Die hauptsächliche Verwendung von Beinschwarz war Schuhwichse, die bis Ende des 20. Jahrhunderts verwendet und danach von unserer modernen Schuhcreme abgelöst wurde.
Graphit
Graphit ist das Material, aus dem die Minen unserer heutigen Bleistifte bestehen, die eigentlich Graphitstifte sind. Graphit kommt vor allem in kohlenstoffarmen Gesteinsarten in Form von Flocken vor und kann weltweit abgebaut werden. In den Sechzigerjahren lag Österreich an zweiter Stelle hinter Korea, was die Menge des abgebauten Graphits betrifft.
Künstlich hergestellt werden kann Graphit durch Verkokung (Himmel, wie das klingt...) von Braunkohle, Steinkohle oder Erdöl.
Als schwarzes Pigment ist Graphit nicht unbedingt der Hammer, es ist zu hell. Allerdings findet das Material neben Schreibmaterial auch noch vielfältige Anwendungsmöglichkeiten in der Industrie. Von Golfschlägern bis zu Atomreaktoren.
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