Abwandlungen der Farbe Purpur
Die Farbe des Purpur exakt zu bestimmen, war in der Antike und im Mittelalter nicht möglich. Auch im Nachhinein die tatsächliche Farbe eines Kleidungsstückes, das in einem alten Text erwähnt wird herauszufinden ist nicht realisierbar. Das liegt vor allem daran, daß Farben anno dazumal nicht wie heute bezeichnet wurden, sondern nach ihrem Ursprung. In diesem Falle Purpurschnecken–Sekret. Heute kennen wir viele Methoden, einer Farbe ihren exakten Platz im RGB oder CMYK Farbraum zuzuweisen und wir haben Pantone, HKS oder RAL Farbfächer und Codes zur genauen Bestimmung.
Purpur entwickelt seine Farbe primär durch Enzyme, die im Sonnenlicht aktiv werden. Manche Bestandteile des Farbstoffes reagieren auch auf Luftzufuhr, somit unterscheidet sich der letztendlich erreichte Farbton je nach Herkunft des Sekrets, der Lagerung, des verwendeten Textils und der Verarbeitung. Sicher ist nur, frisches Purpur hat einen grünlichen Farbton, der mit der Zeit in hellblau und indigoblau übergeht. Verstreicht weitere Zeit, erhöht sich der Rotanteil, was zu einem satten Violett oder zu feurigem Rot führt. Mit Purpur war es auch möglich, Stoffe nachtschwarz zu färben.
- Mehr zur Farbe bzw. zum Farbstoff Purpur gibts in diesen Artikeln:
- Rot - Die Farbe der Macht
- Purpur - Der teuerste Farbstoff der Welt
- Geschichte der Farbe Purpur
Methoden der Herstellung von Purpur–Farbe
Das jetzt hier alles wiederzugeben... führt eindeutig zu weit, deswegen eine Kurzfassung: Im Allgemeinen verwendet man entweder die ganze Schnecke, fein zerrieben, oder nur die Drüsen. Alte Rezepte erwähnen Salz zur Konservierung, sonst kommen die Fliegen. Und Urin, um ein saures Milieu zu bekommen. Dann wird das Ganze in einem Blei oder Zinntopf langsam (!) einreduziert, sprich bei unter 50 Grad und mit Öl bedeckt, damit kein Sauerstoff drankommt. Sobald das weiße bis gelbliche Zeugs die erste Farbveränderung aufweist, heissts Licht aus bis ein eingedickter Brei entsteht. Frisch gewaschene, noch feuchte Wolle wird etwa 5 Stunden in den Brei eingelegt. Wird die Wolle dann in die Sonne gelegt, kann man langsam die Farbveränderung beobachten. Zumindest wenn man es irgendwie schafft, sich die Nase zuzustopfen, denn das Ganze stinkt fürchterlich.
