Die Indigo-Pflanze · Basis für den Farbstoff Indigo-Blau
Indigofera tinctoria, die Indigo–Pflanze gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler. Sie ist eine tropische Pflanze, die zur Gewinnung des tiefblauen Farbstoffes Indigo angebaut wird. Ihre Heimat ist Indien, sowie Ostasien.
Gewinnung von Indigo–Blau
Zuerst werden die Blüten der Indigopflanze geerntet und in Bottichen aufgeschichtet, mit Wasser bedeckt, mit Glucose versetzt und dann noch mit gelöschtem Kalk vermischt, manchmal auch Ammoniak. Der Vorgang nennt sich Küpengärung, wobei durch den Luftsauerstoff der blaue Farbstoff ausfällt und zu einem beinahe unlöslichen Pulver verarbeitet wird. (Also erst vergoren, dann mit dem Kalk oder Ammoniak alkalisiert)
Die ausgedehnten Indigo–Plantagen in Amerika wurden hauptsächlich von Sklaven bewirtschaftet. Die Pflanze musste geschnitten und mit Wasser vergoren werden. Danach so lange gestampft, bis sich der Farbstoff aus den Pflanzenteilen absonderte. Nachdem das Wasser abgegossen wurde, blieb eine stinkende, puddingartige Substanz, die in Säcken nochmals entwässert, dann in Würfel gepresst und getrocknet wurde.
Indigo zum Färben der Haare
Getrocknete, pulverisierte Indigo–Blätter werden, manchmal mit Henna gemischt, zum Färben der Haare verwendet. Damit lassen sich dunkelbraune bis schwarze Farbtöne erzielen.
Kulturgeschichte des Indigo
Bereits um 2500 v.Chr. wurde in Ägypten nachweislich Indigo–Pflanzen angebaut. Im 15. Jahrhundert wurde Indigo nach Europa importiert und verdrängte das bis dahin verwendete Färberwaid. In der japanischen Tenpo–Periode zwischen 1830 und 1844 war Indigo ebenfalls ein sehr beliebter Farbstoff. 1878 ist es erstmals gelungen, Indigoblau synthetisch herzustellen. Das Verfahren war anfangs noch unergiebig, wurde aber rasch verbessert. Nach 1897 wurde synthetischer Indigo–Farbstoff kommerziell vertrieben. Die synthetisierung ersetzte nach und nach den Anbau der Indigopflanze.
