Rot als Farbe der Macht
Purpur, in einem komplizierten Verfahren aus der Purpurschnecke gewonnen, ist noch heute einer der teuersten Farbstoffe der Welt. Obwohl aus dem Purpur je nach Verarbeitung ein breites Spektrum an Textilfarben gewonnen werden konnte, sogar Grüntöne, war Purpurrot die bekannteste. Im alten Rom trugen die hochgestellten Senatoren rote Verbrämungen an ihren weißen Togen. Reines Purpur war nur dem Kaiser selbst gestattet. Alle kennen Cäsar aus Asterix und Obelix mit seinem roten Umhang. Die Farbe Rot als Zeichen von Macht und Würde wurde auch bei den deutschen Kaisern geschätzt und Kardinäle kleideten sich ab 1468 ebenfalls in Rot.
Noch im Mittelalter war es dem Adel vorbehalten, rein rote Kleidung zu tragen. Ausnahmen waren noch Kardinäle, Richter und manchmal Henker, die ihre Macht über Leben und Tod durch die roten Farben hervorkehrten. Selbst Färbemittel, die nicht aus der Purpurschnecke gewonnen wurden, wie Cochenille (Schildläuse) oder Krapp (eine Pflanze), bedurften eines äußerst aufwändigen Verfahrens um reines, feuriges und haltbare rote Farbe zu erhalten. Dem gemeinen, wenn auch wohlhabenden Bürger war das Tragen von rein roter Kleidung bis zur französischen Revolution nicht erlaubt. Als die wirtschaftliche Macht des Adels langsam durch das erstarkende Bürgertum ersetzt wurde, war Rot auch als Statussymbol bei wohlhabenden Bürgern beliebt.
- Mehr Informationen über die Bedeutung der Farbe Rot finden sich hier:
- Die Farbe Rot in der Alchemie
- Rot in der Mythologie
- Schutzfunktion der Farbe Rot im Volksglauben
- Bedeutung der Farbe Rot im Altertum
- Rot als weibliche Farbe
Die Verbesserung der Produktionsverfahren erlaubte es nach und nach, rote Textilfarbe in größerer Menge herzustellen und bis ins 19. Jahrhundert wurden Soldaten gerne in rote Uniformen gekleidet, die sich bis heute bei den kanadischen Mounties erhalten hat.
